Über Unwörter und welche, die keine sind

Waren Gemüse, Kartoffeln usw. früher tatsächlich eine Sättigungsbeilage und oft gefährlich in der Nähe der Metamorphose zum Briefbeschwerer, Mehlsack oder 12-Tonner, so sind sie heute eher zum Zierrat verkommen. Sind sie das wirklich? Eliminiert man den Wortteil Sättigung dann bleibt das Wort Beilage übrig … und diese wiederum kann ganz köstlich daherkommen.

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Meine Eindrücke vom Advent im Allgäu

Hotel Waldsee
Idyllisch, zwischen den südwestbayrischen Bergen liegen im Allgäu die Städte Memmingen, Lindenberg, Bad Hindelang, Füssen und Kaufbeuren. Hier besinnt man sich, besonders im Advent, auf alte Traditionen. Unsere kleine Reisegruppe startete in Memmingen bei einem Adventscafé im Café Bienvenue – Zeit sich zu beschnuppern … und ja, ich war mal wieder unterwegs, nicht zuletzt auf kulinarischer Spurensuche.

Der Advent im Allgäu

Der Einstieg

Im Innenhof des Antoniterkloster erlebten wir eine fantastische Führung durch die Weihnachtswelt des schwäbischen Malers Josef Madlener. Seine weihnachtlichen Motive erinnerten mich an die kleinen Bildchen, die ich noch in der Grundschule im Religionsunterricht bekommen habe. Übrigens hat Madleners Berggeist J.R.R. Tolkien zur Figur des Zauberers Gandalf inspiriert. Anschließend bummelten wir über den frühwinterlichen Weihnachtsmarkt im Herzen der historischen Altstadt. Schließlich fuhren gemeinsam nach Lindenberg, ins Hotel Waldsee, Austraße 41 in 88161 Lindenberg im Allgäu. Das Hotel gehört auf jeden Fall in mein persönliches Reiseadressbuch!
Hotel Waldsee und #lowcarb Frühstück #withaview
Es erscheint wie im Stil eines Grandhotels am See erbaut. Das war schon mal ein wahrer Augenschmaus. In diesem heimeligen Versteck sollten wir fürstlich residieren und festlich tafeln.
Es gab Feldsalat mit Walnussvinaigrette, Croutons und Kirschtomaten, anschließend Kürbissuppe mit frischem Ingwer. Weiter ging es mit gedünstetem Felchenfilet gefüllt mit Lachs, Weißwein-Dill Schaum auf Kartoffel-Speck Stampf mit Roter und Gelber Beete oder alternativ rosa gebratenes Hischnüsschen, Preiselbeerjus mit kleinem Gemüse und Kartoffelrösti. Den krönenden Abschluss bildete Apfel und Vanilleeis.



Ich durfte das Ganze mal wieder in der Küche observieren - es war gigantisch. 

Der 2. Tag

Am Folgetag dreht sich in Lindenberg alles um den Hut: Von hier aus ging die europäische Hutmode in die ganze Welt. Wir besuchten das Deutsche Hutmuseum: 300 Jahre Hutmode! Übrigens trägt Udo Lindenberg seinen Hut … aus Lindenberg – welch eine Namensduplizität. Dazu gab es unverhofft noch eine behütete Krippenausstellung. In der eindrucksvollen Kirche St. Peter und Paul ist selbst Jesus behütet.
Von dort aus ging es ins winterliche Bad Hindelang. Dort besuchten wir den äußerst romantischen und märchenhaften Weihnachtsmarkt bei bestem Wetter vor der winterlich/alpinen Kulisse. Schon wieder ein Augenschmaus. Kulinarisch widmete ich mich den weltberühmten Allgäuer Käsespatzen und einer ganz köstlich/durchwärmenden Feuerzangenbowle.
Dieser Weihnachtsmarkt zieht sich sehr weitläufig durch das Dorf mit diversen Einzelschauplätzen, Krippen und einem riesigen Adventskalender in den Rathausfenstern – genau so muss Weihnachtsmarkt sein, inklusive kindlichen Glücksgefühlen und sanftem Schaudern – ich war ergriffen.
Es folgte der Transfer nach Füssen und der Check-in im äußerst komfortablen Hotel Schlosskrone, Prinzregentenpl. 2 in 87629 Füssen.
Ein Rundgang durch die weihnachtlich geschmückte historische Altstadt schloss sich an. Übrigens schuf der Urgroßvater des Inhabers des Hotel Schlosskrone für Kaiserin Sissi eine eigene Torte – sie wird heute noch in der hauseigenen Konditorei hergestellt. Im Rahmen des festlichen Abendessens ebendort konnte ich sie verkosten.
Zum Dinner gab es Möhrensüppchen, Allgäuer Spezereien-Pfännchen mit Roastbeef, Käsespatzen, Maultaschen und Champagnerkraut. Auf den Desserttellern fand sich die berühmte Sissitorte, sie verbindet eigentlich die Wiener Tradition mit dem temperamentvollen, urbanen Lebensgefühl. Sie ist verfeinert mit Cassisfruchtmark und Mokkatrüffelfüllung – sehr reichhaltig, dazu noch Apfelstrudel und Vanilleeis im Kressemantel – wahrlich modern interpretiert.


Danach hätte man eigentlich ein Tänzchen wagen können:

Der 3. Tag

Wir starteten sehr früh um zumindest einige Schnappschüsse von außen vom Schloss Neuschwanstein zu erhaschen, wo wir doch nun schon mal in der Gegend waren.
Es steht oberhalb von Hohenschwangau bei Füssen im südlichen Bayern. Im Pralinenkurs der Trüffelfee konnten wir anschließend unserem eigenen Geschmack nachgehen und kreativ werden.
Was die Trüffelfee als Kurs anbietet, übernimmt die Patisserie der Familie Kraus aus Kaufbeuren. Dreierlei Trüffel in größeren Mengen konnten wir nach dem umfangreichen Trüffelkurs bei der Trüffelfee Stefanie F. als Trophäen nach Hause schleppen - das wird nachgemacht!
Der Weihnachtsmarkt in Kaufbeuren imponiert natürlich durch seinen überdimensionalen Adventkranz.
Wer kennt das einzige Wort mit 4x TZ?
Atzventzkrantzkertze
Unsere süßen Bäuche kompensierten wir mit der scharfen Roten (Wurst) und kräftigem Glühwein. Zum Abschluss besuchen wir noch die Gablonzer Industrie: Hinter diesem Namen verstecken sich 30 Schmuck-Manufakturen, die heute noch Schneekugeln, Weihnachtsschmuck und modischen Schmuck herstellen … und das Porsche-Emblem!
Am meisten habe ich natürlich unsere gemeinsamen Abendessen, die wir zusammen mit den Allgäuer Top-Hotels unter dem weihnachtlichen Motto Alle an einem Tisch genossen. Das vorweihnachtliche Thema wurde für mich persönlich durch eine weitere Nacht in Memmingen abgerundet und zwar im Hotel Weber am Bach.
Das traditionsreiche Haus wird seit jeher familiär geführt. Die persönliche Atmosphäre des Hotels & Restaurants spürt man bereits beim Betreten, 700-jährige Geschichte ist eben doch nicht ohne. Zahlreiche kleine Besonderheiten unterstreichen den unverwechselbaren Charme des verwinkelten traditionsreichen Hauses. Es ist mit seiner Individualität nicht so sehr im Fokus fernöstlicher Touristen – urtümlich und gemütlich.
Und genau in DEM angrenzenden Bach plätschert, fest verzurrt, der einzige schwimmende Adventkranz.
Viel hat unsere kleine Reisegruppe gesehen und erlebt. Der Freundeskreis ist auch mal wieder gewachsen und wie die Gegend von den Gipfeln der Allgäuer Alpen, einer Gebirgsgruppe der Nördlichen Kalkalpen, östlich des Bodensees ausschaut, davon berichte ich vielleicht ein anderes Mal.

Die Torte

Kaiserin Elisabeth hatte eine Schwäche für kandierte Veilchen aus der Gerstner K. u. K. Hofzuckerbäckerei. Die kaiserliche Majestät ist gelegentlich sogar selbst durch Wiens Altstadt zum Gerstner spaziert, um Süßes für sich und ihre geliebten Enkelkinder einzukaufen. Im Andenken an die erlauchteste Kundin haben die Gerstner Zuckerbäcker die Sissi Torte kreiert – eine wahrhaft kaiserliche Schokoladen-Mokka-Torten-Variation, gefüllt mit fruchtiger Ribiselmarmelade, veredelt mit feinstem Cassis-Marzipan und gekrönt mit süßer Massa Ticino, bei uns eher bekannt als Rollfondant. Ein wahrhaft kaiserlicher Genuss! Mit dieser Torte kann und möchte ich nicht konkurrieren. Ich habe, unter Berücksichtigung meines Lowcarb (wenig Kohlehydrate) Programms einen saftigen Marmorkuchen gebacken. Den Clou bildet das verwendete Mehl. Es handelt sich hierbei um Maroni- oder Kastanienmehl! Das Rezept steht im nächsten Blogpost, für alle, die mit dem Allgäu nichts am Hut haben – schade auch, hier schon mal ein Vorgeschmack:

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