Donnerstag, 10. August 2017

Im Auftrag des guten Geschmacks


Tomatenterrine
Terrina di pomodoro

Große lange Tunnel gibt es nicht nur in den Alpen unserer alpinen Nachbarländer und bombastische Sonnenuntergänge gibt es nicht nur am oder auf dem Meer. Ach, und Wachtürme von der Grenze von Thüringen nach Hessen gibt es immer noch als erhobenen Zeigefinger über die missliche Deutschland-Teilung.
Mein Weg führte mich auf den Spuren des Geschmackes, sozusagen via eat and travel nach Hessen - dank meiner Freundin R. zunächst nach Hühnfeld und später nach Fulda … und, und, und. Zum Absacker nach der Ankunft gab es die örtliche Spezialität Aha Excelsior, ein Kräuterlikör, dessen Geschichte über 400 Jahre zurückreicht. Erfunden wurde das köstliche Getränk durch Franziskaner-Mönche auf dem Kloster Frauenberg zu Fulda. Bereits im 16. Jahrhundert entwickelten sie das Rezept, das aus einer aufwändigen Mischung verschiedener Kräuter aus der Rhön und aller Welt besteht, sozusagen #extremhessisch!

Die GBA-Grillmeisterschaften

Die German Barbecue Association, GBA richtet lizenzierte Grillmeisterschaften in Deutschland aus. In ihrer Satzung unterstreicht sie u.a. das Ziel, die Grill- und Barbecue-Kultur in Deutschland umfassend zu fördern und deren hohen Freizeitwert darzustellen. Als einziger Verband in Deutschland ist die GBA berechtigt, die international anerkannte Deutsche Grillmeisterschaft auszurichten. Sie definiert die GBA allgemeingültigen, offiziellen, Wettkampfregeln für die Meisterschaften und schult Juroren. Und genau an dieser umfangreichen Schulung durfte ich teilnehmen anlässlich der 22. Deutsche Grill-& BBQ-Meisterschaft 2017 in Fulda am 5. und 6. August 2017. Was bei den Berliner Grill and BBQ Festival 2017 vom 30.06 bis Sonntag 02.07.2017 bei der Landesmeisterschaft Berlin, die regionalen Qualifikationsmeisterschaften, so zubereitet wurde hatte ich hier bereits notiert, KLICK. Wo gegrillt wird ist auch Feuer, daher gibt es dramatischen Ohrwurm:
Arthur Brown, 1968
 Tomatenterrine
Terrina di pomodoro

Der Jurorenkurs

Für neugierige Menschen wie mich die sich für die Juryarbeit interessieren muss ein sechsstündiger Juryvollkurs belegt und absolviert werden.
Anschließend ist die Juryteilnahme zunächst als Trainee obligat. Nun bin ich stolze Besitzerin eines Juryzertifikates sowie eines von der GBA anerkannten Jurorenpasses.

Wann sind denn nun Grillgüter richtig gegart? Wie sollten sie schmecken?
Dazu gab es jede Menge Infos zu Wettkampfbedingungen, Jurortätigkeit und das dazugehörige Regelwerk. Es schloss sich eine Geschmacksschulung, also ein individueller Schwellentest des Geschmacks an und wurde gekrönt durch beispielhafte Verkostungen von Grillergebnissen die zu kurz, zu lange oder falsch gegart waren und natürlich auch die optimale Stufe für den Deutschen Geschmack – genau mein Ding als Karnivorin, wenngleich ich persönlich immer eher Richtung rare tendiere.
Hier geht es aber nicht um meinen Geschmack, sondern um eine möglichst objektive, standardisierte Beurteilung.

Das Selfie

Ein Selfie ist eine Fotografie! Es ist eine Art Selbstporträt, eigenhändig fotografisch festgehalten, gerne mit der Handykamera, zumeist aus Armeslänge Entfernung. Warum macht man das? Gerne wird damit dokumentiert wo man sich gerade aufhält und/oder mit wem man seine Zeit verbringt. Das Wortes Selfie gibt es im Internet seit dem Jahre 2002. Der Begriff weist Analogqualitäten zu dem Begriff Quickie für schnelle sexuelle Erlebnisse. Um ein Ussie zu knipsen braucht es eine Gruppe für das Wirgefühl (engl. us = wir) und auf einem Footsie bildet man seine eigenen Füße ab (engl. foot = Fuß). Wer es jedoch besonders hässlich mag, der shootet ein Suglie (engl. ugly = häßlich), gerne mit Duckface (engl. duck = Ente) mit einem Entenschnabelmund. Ich binde in meine, bei Instagram hochgeladenen, Kollagen gerne ein winziges Selfie von meinem Erscheinungsbild (engl. outfit oft the day oder #ootd) ein. Instagram ist ein Online-Dienst zum Teilen von Fotos und Videos. Er gehört zu Facebook. Beides sind sogenannte Social Media Kanäle. Ich zeige damit wer hinter dem Bild oder den Bildern steckt, resp. wer die Bloggerin ist die ihre Leser bespaßt, informiert und bestenfalls gut unterhält – oder ihnen ein köstliches Rezept präsentiert.
Tomatenterrine
Terrina di pomodoro
Heute habe ich eine besonders leichte Vorspeise mitgebracht, weil man beim Grillen ja gerne das Fassungsvermögen des eigenen Magens deutlich überschätzt, abgesehen von der elendigen Brot-mit-Dips-Völlerei während der Wartephase. Einen kleinen bösen Witz hätte ich auch noch im Angebot.
Alle Kinder sitzen um's Lagerfeuer.
Nur nicht Brigitte, die sitzt in der Mitte.

Die Terrine

Die Terrine ist eine pastetenartige Substanz ohne Hülle. Sie wird in Schüsseln oder Formen hergestellt, da sie zunächst nicht formstabil sind. Man nennt sie auch Napf- oder Schüsselpastete. In der Regel isst man sie kalt.
Tomatenterrine
Terrina di pomodoro
Während der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstand der Begriff aus dem gleichbedeutenden französischen terrine (franz. = aus Erde, irden). Nun kann es ein irdenes Gefäß oder dessen Inhalt sein. Das nennt man dann Metonymie wenn beides gemeint sein kann. Ich habe meine Terrina di pomodoro, also eine Tomatenterrine in einer flachen Form im Kühlschrank in meiner Küche gelieren lassen und anschließend ansprechend ausgestochen – sie ist somit stichfest.

Die Tomaten

Was sagt mein zweitbester Freund Wiki dazu? Lange als Liebesapfel oder Goldapfel (daher der italienische Name „pomodoro“) bezeichnet, erhielt sie ihren heute gebräuchlichen Namen „Tomate“ erst im 19. Jahrhundert. Dieser leitet sich von xitomatl ab, dem Wort für diese Frucht in der Aztekensprache Nahuatl. Umgangssprachlich wird vor allem die als Gemüse verwendete rote Frucht, die eine Beere ist, als Tomate bezeichnet. Grüne Teile der Tomate (Solanum lycopersicum) sind giftig. Diese Weisheit stammt aus Omas Küche.
Die grünen Stellen an roten Tomaten sind also giftig und müssen herausgeschnitten werden. Im unreifen Zustand enthält die Tomate das giftige Alkaloid Solanin, erkennbar an der grünen Farbe. Dieses hitzebeständige Naturgift steckt in allen Nachtschattengewächsen. Schon 25 mg Solanin machen sich unangenehm bemerkbar: Kopf-, Bauchschmerzen, Sehstörungen und der Darm leidet. Mehr als 400 mg verkraftet der Körper nicht und man könnte somit an grünen Tomaten sterben.
Zum Kochen könnte man ja auch mal Dosentomaten verwenden.

Das Rezept

 Tomatenterrine
Terrina di pomodoro von Doc.Eva
Zutaten

  • 400 g           Tomaten, Dose
  • 3 El             Rapsöl
  • 5 g              Agar agar
  • 1 Tl             Zitronensaft
  • Rosmarin
  • Thymian
  • Majoran
  • Zucker
  • Salz
  • Piment d'Espelette

Zubereitung

  1. Tomaten im Sugo pürieren, dabei aber nicht schaumig schlagen. 
  2. Rosmarin, Thymian, Majoran, Zucker, Salz, Piment d'Espelette hinzufügen und aufkochen. 
  3. Durch ein Sieb passieren und nochmals abschmecken. 
  4. Agar Agar unter ständigem Rühren mit aufkochen und weitere 3 Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen. 
  5. Das Gemisch in eine passende mit Frischhaltefolie ausgelegte Form gießen.
  6. Mindestens 4 Stunden im Kühlschrank stocken lassen.

Anrichten

  1. Feste Masse entsprechend ausstechen und auf einem Teller anrichten. 
  2. Eventuell mit Kresse, Meerrettich oder Kapernäpfeln servieren.

Lasst’s euch schmecken.
 Tomatenterrine


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